Die Kochkiste

Um Brennstoff zu sparen kann man sich eines alten Tricks bedienen. Dabei birgt so eine Kochkiste keine großen Geheimnisse. Der Trick der Kochkiste beruht darauf, daß das den Topf umgebende Material die Wärme schlecht leitet. Zur Herstellung einer solchen Kiste benötigt man zunächst eine solide Holzkiste, möglichst ohne Ritzen. Ein Korb tut es auch, wenn man ihn mit einem dicken Tuch auskleidet. Der Deckel des Topfes muß auf jeden Fall gut schließen. Kochkistentöpfe gibt es heutzutage jedoch nur auf dem Floh- bzw. Antikmarkt - wenn man Glück hat. Unter dem Topf muß eine 8 - 10 cm dicke Lage Heu, Holzwolle, Stroh oder Späne festgedrückt werden. Der Topf wird mitten darauf gestellt und ringsum mit Holzwolle festgestopft.

Dann legt mein ein Tuch aus Wolle über die gesamte Fläche und schneidet den Stoff über dem Topf sternartig ein. Der Topf wird wieder aus der Kiste entfernt und die Stoffläppchen in die Öffnung für den Topf gelegt, so daß alles schön ausgekleidet ist. Die Stoffkanten werden rings am Kistenrand an Leisten o. ä. befestigt. Der Kistendeckel wird ebenfalls mit Stoff bezogen und etwa 8 cm dick mit Stroh gefüllt. Deshalb ist darauf zu achten, daß dieses "Deckelkissen" in der Kiste noch Platz hat, auch wenn der Deckel auf der Kiste flach aufliegt. Die Hauptsache ist, daß die Hitze nirgends entweichen kann. Man schließt die Kiste möglichst mit einem Schloß, denn sobald sie (von neugierigen Mitbewohnern) geöffnet wird, kocht es im Topf nicht mehr weiter!

Man kocht nun das, was in der Kiste gar werden soll, etwa eine halbe Stunde vor und setzt es dann in die Kiste. Nach einigen Stunden ist alles gar. 10 Minuten vor dem Einsetzen in die Kiste darf der Kochtopfdeckel nicht mehr angehoben werden! Besonders eignet sich die Kochkiste für Gemüsesorten, die schwer weich werden, wie Hülsenfrüchte, Sauerkraut und Steckrüben. Abends angekocht und über Nacht in die Kiste gestellt - so kann Arbeit und Brennmaterial gespart werden.





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